Das Geschäftsjahr 2013/14 verlief nach bisherigen Erwartungen für Toyota überaus erfolgreich. Nun allerdings gab das Unternehmen wieder einmal einen Rückruf mehrerer Millionen Fahrzeuge bekanntgegeben, von dem in Deutschland 92.000 Pkws der Modelle Yaris, Urban Cruiser, Hilux und RAV4 betroffen sind. Vor vier Jahren hatte Toyota bei einem schlecht kommunizierten Rückruf einen erheblichen Imageverluste eingesteckt. Seitdem bemüht sich der Autohersteller um große Offenheit im Qualitätsmanagement.

Ganze 27 Modelle von Toyota sowie zwei weitere von anderen Marken sind weltweit von der jüngsten Rückrufaktion der Japaner betroffen. Bei insgesamt fünf Bauteilen könnten Probleme auftreten. Zum Teil sind mehrere davon im selben Fahrzeug verbaut. Alle betroffenen Halter werden nun angeschrieben. Der Austausch betroffener Teile erfolgt kostenlos und ist mit einem Werkstattaufenthalt von 30 Minuten bis zu vier Stunden verbunden. Bisher wurden keine Unfälle im Zusammenhang mit den defekten Teilen gemeldet.

Die betroffenen Modelle

Beim Toyota Yaris und Urban Cruiser wurden von Januar 2005 bis August 2010 problematische Sitzschienen verbaut. Der Einrastmechanismus kann abbrechen, wodurch der Sitz zu wackeln beginnt. Dem Hersteller zufolge muss aber nicht befürchtet werden, dass der Sitz durch den Defekt in seiner Position verrutscht. Ein weiteres Problem kann am Befestigungspunkt der Lenksäule auftreten, hier kann sich das Lenkgefühl merklich verschlechtern.

Fahrzeuge vom Typ RAV4 und Hilux, die zwischen Juni 2004 und Dezember 2010 produziert wurden, können von Mängeln an der Isolierung des Kabelbaums betroffen sein. Der Airbag auf der Fahrerseite kann beim Auftreten dieses Fehlers ausfallen, zudem kann unter Umständen eine Brandgefahr bestehen.

Immer mehr Rückrufaktionen

Von 2009 bis 2011 musste Toyota zehn Millionen Fahrzeuge aufgrund von klemmenden Gaspedalen und rutschenden Fußmatten zurückrufen, nachdem Unfälle aufgetreten waren. Erst kürzlich hatte sich Toyota in den USA auf eine Vergleichszahlung von 1,2 Milliarden Dollar eingelassen, um eine Sammelklage zu umgehen. Doch auch andere Hersteller sind zunehmend von Pannenserien geplagt. Ein Grund hierfür ist neben dem rasanten Branchenwachstum und hohem Preisdruck auch die zunehmende Vernetzung der Verbraucher: Häufig auftretende Mängel können heute nicht mehr als Einzelschicksale abgetan werden.